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Kugeln mit Stöcken einzulochen, ist zuerst in Flandern belegt. Später
finden schottische Clubs Regeln für sportliche Wettspiele, bis in St. Andrews
Ende des 19. Jahrhunderts ein weltweit anerkanntes Regelwerk für das moderne
Golfspiel aufgestellt wird. Im Kern steht die Idee eines weiträumigen,
treibjagdartigen Präzisionsspiels: eine kleine Hartkugel soll mit langen
gekrümmten Stöcken über wechselnde Landschaften mehrfach in handbreite
Erdlöcher getrieben werden. In Deutschland hört man früh von diesem Spiel. 1575 üben Kölner
Lateinschüler eine virtuelle Golflektion in einem niederländisch inspirierten
Schulbuch, während der Geograph und Pädagoge GutsMuths 1796 Bürgersöhnen das
Spiel der "Schottländer" zur körperlichen und geistigen Übung und
Erholung anrät. Nach reichsweitem Spielbankverbot bestaunen Deutsche um 1890 in
internationalen Kurorten wie Bad Homburg, Wiesbaden oder Baden-Baden
englisch-amerikanische Gäste mit merkwürdigem Gerät beim "fashionablen"
Golf, stilles Wetten inbegriffen. Angelsächsisch inspirierte Clubs bilden sich
1895 in Bremen (später Club zur Vahr) und Berlin (später Golf- und Land-Club
Berlin Wannsee). Die erste Gründungswelle "ordnungsgemäß konstituierter
Clubs" der Deutschen, wie die Satzung des DGV es 1907 verlangt, beginnt
nach 1900. 1907 Am 26. Mai auf einem Golftag in Hamburg wird der erste DGV von
hanseatischen Clubs aus Bremen, Reinbek, Kitzeberg, Hamburg, von Clubs der
Metropolen Berlin, Leipzig und von den Kurplätzen Bad Homburg, Baden-Baden
gegründet. Präsident wird der Hamburger Johann Vincent Wentzel. 1914 Weltkrieg, Nachkriegsnot, internationale Isolierung und Hochinflation bis
1923 lassen die beginnende Golftradition verkümmern. Immerhin gibt es ab
1921 wieder Verbandsmeisterschaften. Oberhof druckt Notgeld mit
Golfclub-Logo. 1924 Der fürstlich-plessische Platz in Bad Salzbrunn und der Golf- und
Land-Club Berlin-Wannsee werden im DGV gesellschaftlich tonangebend und
stehen für Internationalität und ein städtisch geprägtes Landclub-Leben.
Dies spiegelt 1925 die erste Fachzeitschrift "Golf" - auf
Kunstdruckpapier und in Tondruck 1928 In Wannsee als Attraktion der Berliner Gesellschaft sorgt Präsident
Herbert Gutmann für eine dauerhafte DGV-Geschäftsstelle, ein Logo in
Grün-Silber-Schwarz und für Förderer wie Dresdner und Deutsche Bank. Die
neue German Open seit 1926 geht mehrfach an den Wannseer Pro Percy Alliss. 1933 Der Reichssportführer beruft den Wiesbadener Clubpräsidenten Karl
Henkell zum Verbandsführer, dieser wiederum die Clubführer. In Wiesbaden
führt Nora Zahn die Verbandsgeschäfte. 1938 beginnen Nationale Deutsche
Männer- und Frauen-Meisterschaften für Arier. Zwei ehemalige
DGV-Präsidenten emigrieren. 1942 Mit den einbezogenen Privatanlagen und dem raumgreifenden
"Großdeutschland" über die österreichische "Ostmark"
bis Polen, Jugoslawien, Luxemburg und Frankreich zählt der DGV 65
Mitglieder. Statt Verbandsleben folgt totaler Krieg. 1945 Die Alliierten lösen alle Sportorganisationen auf und nehmen Golfanlagen
in Anspruch. Nora Zahn trommelt alte Clubs zusammen für die Wiedergründung
des DGV im "Arbeitsausschuss Golf". Aber im Osten verschwindet
Golf. 1949 Am 18. Oktober mit Gründung der Bundesrepublik ruft ein
"Arbeitsausschuss Golf" den zweiten DGV (West) in Bad Ems aus,
1950 schon im Europäischen Verband. 1951 gibt Präsident Moritz Freiherr
von Bissing das Amt an Willi Schniewind, bestätigt vom Verbandstag 1952.
Plätze werden Mitte 50 frei. 1957 Die DGV-Hauszeitschrift "Golf" feiert Neuaufbau und 50 Jahre
DGV, von denen die Weltkriege zweimal sieben Jahre Rückschritt kosteten. 1968 Nach fast 40 Jahren in der DGV-Zentrale - 5 Präsidenten treu, zuletzt H.O. Krings - stirbt Nora Zahn. Es folgt eine dezentralisierende
Gründungswelle von Landesgolfverbänden in den 70ern, der DGV bleibt aber
Verband der Clubs. 1975 Erste TV-Übertragung einer German Open durch Harry Valérien mit sieben
Kameras im ZDF. Die Profikarriere des 17jährigen Siegers der Deutschen
Nationalen Offenen, Bernhard Langer, gestützt von Jan Brügelmann,
Kapitän der Amateur-Nationalmannschaft. Langers Erfolge 1985, 1993, vorher
1981 der spektakuläre Schlag vom Baum, transportieren in Golfjournalen und
TV den Landschafts- wie Spielreiz des Golf. Deutsche entdecken Golfurlaube
als Einstieg in den Sport. 80er Dem 3. rheinischen DGV-Präsidenten, Jan Brügelmann aus Köln, bieten
alte Spannungen Anlass zu Ideen, Experimenten und Neuansätzen: Tradition
versus Modernisierung, Sport versus Umwelt, Exklusivität versus Öffnung,
Amateur versus Profi, Club versus öffentlicher Platz, Gemeinnützigkeit
versus Marketing. 1990 Erste Club- und Verbandsgründungen für Golf in der parlamentarischen
DDR. Ende der 90er sind die östlichen Landesgolfverbände komplett und im
DGV organisiert. Ein erweiterter "dritter DGV" steht nun einem
globalen Golfmarkt gegenüber. 90er Langfristig geplante Konzepte für Jugend- und Leistungsgolf,
Lehrbriefreihe, Trainerausbildung, Wettspielsystem, clubfreies Golfen,
Course-Rating- und Slope-System, DGS, neue Verwaltungszentrale und –struktur
verdichten sich im Selbstverständnis als "moderner Sportverband"
(Präsident Dr. W. Scheuer). 2000 Der DGV bietet 99 Teams aus 59 Ländern in Bad Saarow vom 23.8. bis 3.9.
ein eindruckvolles Erlebnis bei der Damen- bzw.
Herren-Mannschafts-Weltmeisterschaft (Espirito Santo bzw. Eisenhower Trophy)
mit virtuell-globalem Internet-Besuch. 2007 Der DGV feiert sein 100-jähriges Jubiläum mit einer großen Festwoche an
seinem Gründungsort in Hamburg. Auf dem Jungfernstieg in der
Innenstadt besuchten vom 23. bis 26. Mai 2007 über 140.000 Besucher den
15.000 Quadratmeter großen und einzigartigen Golf-Erlebnispark. Der
sogenannte Golf-Drive lud Jedermann ein, den Golfsport live kennen zu
lernen. "Golf ist ein Sport zum Anfassen, dem man sich ohne Hemmungen nähern
kann", so DGV-Präsident Dr. Wolfgang Scheuer. Uni.-Prof. Dr. Dietrich Quanz Deutsches Golf Archiv c/o Deutsche Sporthochschule Köln 50933 Köln E-Mail:
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